Ein Mann nach dem Herzen Gottes…...
 

Das n├Ąchste Jungscharlager steht wieder vor der T├╝r. Im August ist es endlich so weit. Dieses Mal geht es um David, einen Krieger Gottes, und wie er vom Hirten zum K├Ânig Israels wurde.
Eine ganz gro├če Rolle in diesen turbulenten Anfangsjahren von David spielte K├Ânig Saul, der erste K├Ânig ├╝ber Israel, den Gott zun├Ąchst erw├Ąhlte, aber sp├Ąter wieder verwarf. Wie konnte es dazu kommen? Wieso wurde sp├Ąter David anstelle von Saul K├Ânig? Was war der Unterschied zwischen diesen beiden M├Ąnnern? Diesen Fragen lohnt es sich nachzugehen.
Die Bibel berichtet uns schonungslos von Saul und David: ihren St├Ąrken und Schw├Ąchen, ihren Erfolgen und Niederlagen. Und so wird schnell deutlich: Saul und David waren Menschen wie wir. In den Berichten ├╝ber sie entdecken wir uns selbst und k├Ânnen darum auch viel von ihnen lernen.
Da ist zun├Ąchst Saul. Er wird anfangs als junger und sch├Âner Mann beschrieben, sch├Âner und einen Kopf gr├Â├čer als alle anderen. Aber er neigt auch zu unbesonnenen Entscheidungen, l├Ąsst sich von Angst, Ungeduld, Selbstgerechtigkeit und Eifersucht leiten. Sein Ansehen vor Menschen ist ihm wichtiger als das Ansehen vor Gott. Das verleitet ihn immer wieder zum Ungehorsam Gott gegen├╝ber. Saul hatte Angst, als K├Ânig vor seinem Volk schlecht dazustehen. Diese Furcht treibt ihn dazu, Dinge zu tun, die er nach Gottes Gesetz nicht tun d├╝rfte. Er opfert, obwohl das nur die Priester aus dem Stamm Levi tun durften. Er widersetzt sich einem klaren Auftrag Gottes und er befragt eine Totenbeschw├Ârerin, was Gott streng verboten hatte.
Aber wie ist es bei David? David wird ebenfalls als sehr gutaussehend beschrieben. Er ist beim Volk beliebt und zeigt echte F├╝hrungsqualit├Ąten. Schnell scharen sich die Menschen begeistert um ihn. Doch David hat auch seine Schattenseiten. Seine gr├Â├čte Schw├Ąche sind die Frauen. Und so reicht ihm eine sch├Âne Frau nicht aus. Er will immer noch mehr. Das verleitet ihn schlie├člich zum Ehebruch. Als das Heer zum Kampf loszieht, geht David nicht mit, sondern bleibt daheim. Er geht auf seinem Dach umher und beobachtet seine Nachbarin Batseba beim Baden. Sie gef├Ąllt ihm, er l├Ąsst sie in den Palast holen, sie wird schwanger. Um das Ganze zu vertuschen, gibt er ihrem Ehemann vom Schlachtfeld Heimaturlaub. Doch der Plan geht nicht auf. Also l├Ąsst David den Ehemann von Batseba an vorderster Front aufstellen. Dieser wird in der Schlacht get├Âtet und David nimmt Batseba zur Frau.
Saul und David – zwei M├Ąnner, die sich schuldig machen und sp├Ąter durch einen Propheten Gottes mit ihrer Schuld konfrontiert werden. Beide waren Gott ungehorsam. Und trotzdem f├Ąllt Gottes Urteil ├╝ber den einen v├Âllig gegens├Ątzlich aus als ├╝ber den anderen.
Zu Saul sagt der Prophet Samuel: ÔÇ×Du hast t├Âricht gehandelt und nicht gehalten das Gebot des HERRN. … Nun wird dein K├Ânigtum nicht bestehen.“ (1. Sam 13,13) Aber zu David sagt der Prophet Nathan: ÔÇ×So hat auch der HERR deine S├╝nde weggenommen; du wirst nicht sterben.“ (2. Sam 12,13) Saul wird von Gott verworfen und als K├Ânig abgesetzt. Keiner seiner Familie folgt ihm auf den Thron. Aber David bekommt seine Schuld von Gott vergeben. Und Gott verspricht ihm, dass Davids Nachkommen ewig auf dem Thron sitzen werden.
Warum? Wo ist der Unterschied? Saul und David waren beide ungehorsam gegen├╝ber Gott. Saul wurde verworfen, David nicht. Es kann also nicht am Ungehorsam liegen. Die Antwort finden wir, wenn wir die Reaktionen von Saul und David miteinander vergleichen.
Als Saul vom Propheten Samuel mit seiner Schuld konfrontiert wird, sucht er nach Ausfl├╝chten. Er schiebt die Schuld auf andere und redet sich heraus. Und das nicht nur einmal, sondern wiederholt. Bei ihm ist kein einziges Mal etwas von echter Reue oder einem Schuldbekenntnis Gott gegen├╝ber zu erkennen.
Bei David ist es anders. Als der Prophet Nathan ihn mit seiner Schuld konfrontiert, sagt er: ÔÇ×Ich habe ges├╝ndigt gegen den HERRN.“ (2. Sam 12,13) David bekennt seine Schuld und zeigt Reue. Er ├╝bernimmt im Gegensatz zu Saul die Verantwortung f├╝r sein falsches Verhalten.
Saul sprach von Gott eher neutral. Er wusste, dass es Gott gibt und glaubte auch irgendwie an ihn. Aber Gott hatte letztendlich nicht viel mit Sauls Alltagsleben zu tun. Und als er mit seiner Schuld konfrontiert wurde, bekannte er sie nicht vor Gott. Stattdessen bezeichnete er diesen als Samuels Gott. Daran ist zu erkennen: Saul hatte keine pers├Ânliche Beziehung zu Gott.
Ganz anders dagegen David. Von ihm sind uns viele Gebete und Lieder ├╝berliefert, die Psalmen. Dort wird ganz deutlich, wie sich David in jeder Lebenslage an Gott wendete und dass er eine tiefe, pers├Ânliche Beziehung zu Gott hatte. Psalm 51 zeigt Davids pers├Ânliches Schuldbekenntnis vor Gott und er nennt diesen in seinen Gebeten immer wieder seinen Gott. F├╝r David war Gott sein Ein und Alles.
Was k├Ânnen wir von Saul und David lernen?
Gott kommt es auf die Herzenshaltung eines Menschen an. Er kennt uns durch und durch. Vor ihm k├Ânnen wir nichts verstecken. Gott m├Âchte, dass wir zu ihm kommen mit unserer Schuld. Und er will sie von uns nehmen und uns vergeben. Daf├╝r w├╝nscht er sich, dass wir ehrlich sind – uns selbst und ihm gegen├╝ber. Es sind nicht immer nur die Anderen schuld, wie bei Saul. Nein, jeder von uns ist schuldig. Gott w├╝nscht sich, dass wir das ehrlich vor ihm zugeben und bereuen, so wie David.
Und Gott m├Âchte nicht nur ein unpers├Ânlicher Gott sein, wie bei Saul. Er will an unserem Leben und unserem Alltag teilhaben. Er w├╝nscht sich eine tiefe, pers├Ânliche Beziehung zu uns, wie David sie zu ihm hatte. Davids Wunsch war es, jeden Tag ganz in der N├Ąhe Gottes zu sein. Deshalb beginnt eines seiner Gebete auch mit folgenden Worten: ÔÇ×Gott, du bist mein Gott, den ich suche. Es d├╝rstet meine Seele nach dir, mein ganzer Mensch verlangt nach dir aus trockenem, d├╝rrem Land, wo kein Wasser ist.“ (Psalm 63,2).

Martha & Martin Schake
 

Wenn Engel sprechen…

Wie oft habe ich das schon geh├Ârt oder mir gew├╝nscht: ein Zettel vom Himmel, auf dem die Antwort auf meine Fragen steht! Oder wenigstens ein himmlischer Engel, der mir Gottes Willen f├╝r mein Leben sagt. Wenn Engel sprechen w├╝rden…
F├╝r den April gibt es einen Monatsspruch, einen Bibelvers als Motto f├╝r den ganzen Monat, der berichtet von einem Engel, der eine klare Botschaft hat:
Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten?
Er ist nicht hier, er ist auferstanden!
 (Lukas 24,5-6)
Drei Frauen hatten an jenem Sonntagmorgen Jesus gesucht! Am Freitag vor diesem denkw├╝rdigen Morgen war Jesus hingerichtet worden. Das Spannende an dieser Geschichte ist, dass niemand mit der Auferstehung von Jesus gerechnet hat: weder die Frauen, noch die J├╝nger, auch nicht seine Freunde!
Die Frauen waren gekommen und wollten seinen Leichnam einbalsamieren. Die J├╝nger verbarrikadierten sich in einem Haus in Jerusalem. Seine Freunde machten sich auf den Heimweg, weil jetzt alles vorbei war.
Nur die Hohenpriester nehmen Jesus ernst: sie lassen Wachen am Grab aufstellen, falls wirklich das geschieht, was Jesus gesagt hat. Falls Jesus Christus wirklich von den Toten aufersteht!
Und dann steht Jesus vom Tod auf. Die Wachen fliehen. Die J├╝nger k├Ânnen es nicht fassen. Seine Freunde aus Emmaus machen sich auf den Heimweg, weil sie die Nachricht f├╝r ÔÇ×Fakenews“ halten. Auch die Frauen glauben es nicht. Darauf spricht Gott durch die Engel! Gott schickt diesen Engel nicht nur f├╝r die  Frauen damals– auch f├╝r uns heute ist dieses Wort Gottes gesagt: Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? (Lukas 4, 25).
Dieses Wort Gott ist lebensver├Ąndernd! Bei den Frauen damals dauerte es eine Weile, bis sie es verstanden hatten. Aber nachdem sie Jesus ein paar Mal erlebt hatten, da hatten sie kapiert: der Herr Jesus Christus lebt wirklich! Warum haben wir ihn eigentlich bei den Toten gesucht?
Lebensver├Ąndernd ist dieses Wort auch heute noch f├╝r uns: Der Tod war bisher f├╝r alle das Letzte, auch dann, wenn man noch die Gr├Ąber verziert. Nach dieser ersten Osternacht erwarten wir Christen nach dem Tod noch etwas anderes: die Auferweckung von den Toten!
F├╝r die Christen in Rom war diese erste Osternacht so lebensver├Ąndernd, dass sie auf ihre Gr├Ąber in den Katakomben schrieben: Vor├╝bergehend abgelegt! Vor├╝bergehend, weil sie damit rechneten, dass Jesus Christus sie auferwecken wird.
So gilt bis heute auch f├╝r uns, was Jesus Christus spricht: Ich lebe und ihr sollt auch leben!
 
Gottes Segen w├╝nscht Ihnen
 
Ihr   Pfarrer Ulrich Holland
 

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erz├Ąhlen!

Jeder von uns hat so seine Geschichten aus dem Urlaub, die ihm noch
Monate sp├Ąter im Ged├Ąchtnis sind. Manche Reisen ver├Ąndern uns sogar:
Auf unserer Konfirmandenfreizeit lernte ich, dass nicht mehr WhatsApp
das wichtigste Kommunikationsmittel ist, sondern man sich heute ├╝ber
Snapchat unterh├Ąlt. Eine Reise, die mich ver├Ąndert hat.
In unserer Gemeinde traf ich Menschen, die nach einer Israelreise ver├Ąndert
zur├╝ckkehrten. Als ob sie ein Israelvirus befallen habe, wollen sie dieses
Land immer wieder bereisen.
Andere kommen aus armen L├Ąndern zur├╝ck und setzen sich nach dieser
Reise f├╝r dieses Land ein, ob durch die Nepalhilfe oder in Osteuropa mit
DHHN (Deutsche Humanit├Ąre Hilfe Nagold e.V).
Reisen ver├Ąndert uns.
Auch an Weihnachten werden wir an eine Reise erinnert: Die Reise von
Jesus Christus zu uns Menschen. Er verl├Ąsst seinen Vater im Himmel und
macht eine Reise in unsere Welt. An diese Reise Jesu erinnert uns PaulusNeues Bild

(Epheser 4,9+10): Dass er aber aufgefahren ist, was hei├čt das anderes,
als dass er auch hinabgefahren ist in die Tiefen der Erde? Der hinabgefahren
ist, das ist derselbe, der aufgefahren ist.
Jesu Reise ging sogar ├╝ber die Welt noch hinaus: er reist in die Tiefen der
Erde, ÔÇ×in das Reich des Todes“, wie wir es im Glaubensbekenntnis sagen.
Aber er ist wieder zur├╝ckgekehrt aus dem Reich des Todes und zu seinem
Vater im Himmel. Aber Jesus blieb ÔÇ×derselbe“: trotz seiner weltbewegenden
Reise, deren Start wir an Weihnachten feiern, hat sich Jesus nicht
ver├Ąndert. Aber die Welt hat er ver├Ąndert: Seit Jesus wei├č der Satan, dass
seine Zeit abgelaufen ist. Bisher war der Tod das Letzte, was geschah.
Aber seit Jesus wissen wir: wie er vom Tod auferstanden ist, so werden
auch wir vom Tod auferstehen. Damit hat Jesus nicht nur die Welt ver├Ąndert,
sondern sogar unser Leben verl├Ąngert! Wenn er st├Ąrker ist als der
Tod, dann wird er unsere Gebete erh├Âren. Seit jener Reise Jesu haben
nicht mehr die M├Ąchtigen das letzte Wort, sondern Jesus Christus, der
obwohl er ohnm├Ąchtig stirbt, das letzte Wort beh├Ąlt und wieder auferstanden
ist.
An Weihnachten feiern wir diese lebensver├Ąndernde Reise Jesu!
Herzliche Einladung zu den gemeinsamen Gottesdiensten am Geburtstag
von Jesus                           .bild 2016
                                                                                                                                   Ihr Pfr. Ulrich Holland

 

Festgebunden und doch frei!

Der Herr ist der Geist,
wo aber der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit .
(2. Kor. 3,17)

Dieses Bibelwort f├╝r den Oktober 2016 bindet uns: an den Geist des
Herrn. Aber durch diesen Heiligen Geist macht es uns auch frei! Hier
wird uns eine Freiheit angeboten, die an Gott, an seinen Heiligen Geist
gebunden ist.
Aber wenn wir mal ehrlich sind: wann sind wir ganz frei? In der Schule
sehnen wir uns nach der Freiheit, das tun zu k├Ânnen, was wir wollen.
Wenn wir nach der Schule unseren Traumberuf gew├Ąhlt haben, dann tun
wir das, was wir wollen. Aber sind wir deswegen frei?
Als Selbstst├Ąndiger, da m├╝ssten wir frei sind. Aber dann merken wir,
dass eben der Kunde K├Ânig sein will. Um Geld zu verdienen, ist sogar
der Selbstst├Ąndige nicht frei. Aber, wenn wir K├Ânig w├Ąren, dann, ja dann
w├Ąren wir endlich frei. Doch selbst Friedrich der Gro├če klagte einmal: er
m├╝sse auf seinen Reisen dort ├╝bernachten, wo sein Kutscher ├╝bernachten
wollte. Sei es, weil es dort das bessere Essen gab oder das h├Âhere
Trinkgeld.
Auch im Ruhestand sind wir nicht wirklich frei. Denn selbst, wenn wir frei
von Krankheit sein werden, haben wir trotz des reifen Alters nicht mehr
die Freiheit, alles zu tun!
Frei sind wir wohl nie! Martin Luther bringt es auf den Punkt, wenn er
sagt: Entweder reitet uns der Satan oder aber Jesus Christus.
Was meint die Bibel damit, wenn wir dort lesen, wo der Geist des Herrn
ist, da ist Freiheit?
Im Glauben, da ist der Geist des Herrn. Im Glauben habe ich eine k├Ânigliche
Freiheit, weil ich au├čer Gott niemanden f├╝rchten muss. Denn wer
steht ├╝ber Gott?
Darum bin ich gerne an den Heiligen Geist gebunden: denn er gibt mir
wahre Freiheit.
Er macht mich frei von Menschen und den Zw├Ąngen, die Menschen so
mit sich bringen. Er macht mich frei von der S├╝nde, die manchmal so gierig
nach mir langt. Ja, er macht mich sogar frei, wenn ich der S├╝nde erlegen
bin, weil doch Jesus Christus unsere S├╝nde vergeben hat.
Darum lasse ich mich gerne festbinden an Gottes Wort und seinen Heiligen
Geist. Dort stehe ich auf festem Fundament und kann mich so weit
hinauslehnen. Dort bin ich festgebunden und doch frei.
Frei zu muslimischen Fl├╝chtlingen zu gehen, weil ich keine Angst vor deren
Religion haben muss.
Frei f├╝r Menschen mit ganz anderen Gewohnheiten, weil sie mir einen
neuen Blick auf diese Welt erm├Âglichen – oder mich dankbar f├╝r meinen
eigenen Glauben machen.
Auf dem Fundament Gottes kann ich mich auch weit hinauslehnen zu
Menschen, die ihren Glauben an Jesus ganz anders leben, weil sie mir
eine neue Perspektive auf Jesus Christus zeigen.
Darum w├╝nsche ich Ihnen Gottes Segen mit dieser himmlischen Freiheit,
die an Gottes Geist gebunden ist.


Ihr Pfarrer Ulrich Holland

 

Der Monatsspruch f├╝r diesen Juni
ist die Antwort auf eine der bekanntesten Geschichten der Bibel: der Durchzug durch das Schilfmeer. Auf der Flucht aus der ├Ągyptischen Sklaverei stehen die Israeliten vor dem riesigen Schilfmeer und kommen nicht weiter. Als ob das nicht genug gewesen w├Ąre, taucht am Horizont das ├Ągyptische Milit├Ąr auf. Mose muss sich weinerliche Schimpftiraden anh├Âren. Trotzdem macht er dem Volk Mut, gerade jetzt auf Gott zu vertrauen. Dass dieser Trost keine Vertr├Âstung ist, merken alle Beteiligten schnell: Gott schenkt das Wunder, dass sich das Schilfmeer teilt und die Israeliten k├Ânnen trockenen Fu├čes durchmarschieren. Dass es bei den ├ägyptern dann nicht mehr funktioniert hat, sei nur am Rande vermerkt.
Am anderen Ufer angekommen, dankt Mose dem Vater im Himmel: er dichtet ein Lied, dessen zweiter Vers der Monatsspruch f├╝r diesen Juni ist:
Meine St├Ąrke und mein Lied ist der HERR, er ist f├╝r mich zur Hilfe geworden. 2.Mose 15,2
Mose besingt nicht seine eigenen mutmachende Worte, die daf├╝r sorgen, dass die Israeliten sich aufmachen und durch das Meer gehen. Mose macht deutlich: mein Lob, mein Lied, geh├Ârt ganz dem HERR. Denn nur durch Ihn konnte Israel der milit├Ąrischen St├Ąrke etwas entgegen-setzen. Mit Seiner Hilfe erreichten sie das rettende Ufer, ohne dass ihnen ein Haar gekr├╝mmt worden ist. Gott ist meine Hilfe! Das ist Moses Lied.
Szenenwechsel: andere Zeit, anderes Land und andere Situation! 1946 in Spielberg und Egenhausen. Kein Jubel ├╝ber einen hart erk├Ąmpften Sieg. H├Âchstens Dankbarkeit, die Katastrophe des zweitenWeltkrieges und des Dritten Reiches ├╝berlebt zu haben. diese Dankbarkeit f├╝hrt zu gleichem Ergebnis wie bei Mose: man singt in Spielberg und Egenhausen, dass Jesus Christus meine St├Ąrke ist, dass Er mir zum Helfer geworden ist. Nicht das Heil aus Berlin! Auch kein Helfer aus Amerika oder aus der Sowjetunion. Unser Helfer ist Jesus Christus. Davon singt man in den Kirchench├Âren von Egenhausen und Spielberg. Beide wurden ein Jahr nach Kriegsende gegr├╝ndet. Beide singen nicht nur heute noch, sondern feiern 2016 auch ihren 70. Geburtstag: am 17. April feierten wir ihn in Spielberg mit einem Festgottesdienst. Am 16. Juli feiern wir ihn in Egenhausen mit einem festlichen Konzert.
Und mitten zwischen diesen beiden Jubil├Ąen liegt der Juni, der uns mit seinem Monatsspruch erinnert, woher wir unsere Hilfe und St├Ąrke erhalten: von Jesus Christus. Denn das hebr├Ąische Wort f├╝r Hilfe ist das gleiche Wort, aus dem auch der Name Jesus kommt. Ob Sieg oder Niederlage, ob Mutlosigkeit oder Dankbarkeit: unsere St├Ąrke ist der HERR Jesus Christus! Das ist unser Lied! Sch├Ân, wenn dieses ÔÇ×Lied“ auch in diesem Sommer erklingt.
Ihr Gemeindepfarrer
Ulrich Holland 
                                                                                          Ulrich Holland

Pr├╝fung

Vor einiger Zeit wurden wir gepr├╝ft – die zweite kirchliche Dienstpr├╝fung, welche f├╝r die Arbeit als Diakone der Landeskirche unerl├Ąsslich ist. Pr├╝fungen geh├Âren zum Leben. Sie markieren oft bestimmte Lebensabschnitte, beispielsweise am Ende der Schulzeit oder Berufsausbildung, beim F├╝hrerschein und ├ähnlichem. Pr├╝fungen sind herausfordernd, spannend und meistens auch mit einer mehr oder weniger intensiven Vorbereitung verbunden. Im Vorfeld empfinden wir sie oft als H├╝rde, die es zu meistern gilt. Und danach sind wir meist froh und erleichtert, wenn wir sie hinter uns gebracht haben.

Pr├╝fungen geh├Âren zum Menschsein – nicht nur bei den Eckdaten des Lebens, sondern auch dazwischen. Tagt├Ąglich stehen wir vor neuen Herausforderungen, die es zu bew├Ąltigen gilt. Wir stellen uns selbst und andere auf die Probe, ├╝berpr├╝fen und beurteilen alles M├Âgliche, m├╝ssen uns behaupten und beweisen. Wie treffend hat es Rudolf Steiner ausgedr├╝ckt: ÔÇ×Das Leben ist eine Schule. Wohl dem, der die Pr├╝fung besteht.“

Die Bibel sagt uns, dass es Gott selbst nicht anders erging, als er in Jesus Christus Mensch wurde. ÔÇ×Er wurde genau wie wir in jeder Hinsicht auf die Probe gestellt.“ (Hebr├Ąer 4,15) Jesus hatte also mit genau den gleichen Schwierigkeiten und Herausforderungen zu k├Ąmpfen wie jeder von uns. Auch Jesus musste sich beweisen, wurde beurteilt und jeden Tag auf die Probe gestellt. Menschen kamen, um ihn in seinen Worten und Taten zu pr├╝fen. Satan kam, um Jesus und seinen Willen zu pr├╝fen. Und Gott, der Vater, unterzog seinen Sohn der gr├Â├čten Pr├╝fung ├╝berhaupt der Gehorsamspr├╝fung bis zum Tod. Das Leben Jesu war also von der Krippe bis zum Kreuz eine einzige Pr├╝fung
in jeder Hinsicht wie bei uns. Von unserer Geburt bis zu unserem Tod werden wir gepr├╝ft von Menschen, Satan und Gott. Oft ist uns gar nicht bewusst, dass wir gerade auf die Probe gestellt werden. Doch die Bibel verr├Ąt,
 dass Gott uns jeden einzelnen Augenblick des Tages pr├╝ft – bis ins tiefste Innere hinein. (Hiob 7,18 / Jeremia 17,10) Er pr├╝ft dabei nicht nur unsere Herzen, also unsere Einstellung zu ihm und unsere Motive, sondern l├Ąsst auch unseren Glauben und unser Vertrauen auf die Probe stellen. Manchem macht dieser Gedanke vielleicht Angst,
dass Gott uns so oft und genau unter die Lupe nimmt. Mancher stellt sich Gott dabei vielleicht als einen Pr├╝fer vor,
der nur darauf wartet,
 uns ÔÇ×in die Pfanne hauen zu k├Ânnen“. Doch so ist Gott nicht.

Paulus schreibt: ÔÇ×Vergesst nicht, dass die Pr├╝fungen, die ihr erlebt, die gleichen sind, vor denen alle Menschen stehen. Doch Gott ist treu. Er wird die Pr├╝fung nicht so stark werden lassen, dass ihr nicht mehr widerstehen k├Ânnt. Wenn ihr auf die Probe gestellt werdet, wird er euch eine M├Âglichkeit zeigen, trotzdem standzuhalten.“ (1. Korinther 10,13) Gott m├Âchte, dass wir alle die gro├če Pr├╝fung des Lebens bestehen. Das ist sein h├Âchstes Ziel mit uns Menschen. Und deshalb hat Gott auch alles daf├╝r getan, dass wir bestehen k├Ânnen. Er wei├č genau, dass wir ohne seine Hilfe alle durchfallen w├╝rden. Es ist vielleicht so, als w├╝rde der Pr├╝fer zum Pr├╝fling sagen: ÔÇ×Ich biete dir an, im Vorfeld die richtigen Antworten auf alle Pr├╝fungsfragen zu erhalten. Entscheide selbst, ob du meine Hilfe m├Âchtest.“

K├Ânig David betete: ÔÇ×Zeige mir, wenn ich auf falschen Wegen gehe und f├╝hre mich den Weg zum ewigen Leben.“ (Psalm 139,23f) Gott, zeige mir, wie ich deine Pr├╝fung bestehen kann. Korrigiere mich, so lange ich noch Zeit habe, mich auf deine gro├če Pr├╝fung vorzubereiten. Denn im Gegensatz zu vielen menschlichen Pr├╝fungen, wissen wir bei Gottes Pr├╝fung nicht, wann sie stattfindet. Die Bibel r├Ąt uns: ÔÇ×Deshalb haltet euch bereit, denn ihr wisst nicht, wann euer Herr wiederkommt.“ (Matth├Ąus 24,42) Daran m├Âchte uns auch die Vorbereitungszeit am Ende des Jahres erinnern. Adventus Domini. Ankunft des Herrn.

Den Zeitpunkt von Gottes gro├čer Pr├╝fung m├Âgen wir zwar nicht wissen, vorbereiten k├Ânnen wir uns trotzdem. Denn Gott w├╝nscht sich von Herzen, dass wir seine Pr├╝fung bestehen werden. Er selbst wurde in Jesus Christus ein Mensch, um uns zu zeigen, wie das geht. (Lesen sie z.B. den ÔÇ×Pr├╝fungsspickzettel“ in Apostelgeschichte 16,31) Und am Ende aller Zeiten erwartet dann alle, die davon Gebrauch machten, die gr├Â├čte ÔÇ×Pr├╝fung-bestanden-Feier“ aller Zeiten.

P.S.: Die wird sogar noch toller als unsere Zeugnis├╝bergabe nach der bestandenen zweiten kirchlichen Dienstpr├╝fung. Ôś║?

Ihre Jugendreferenten

 

Ich habe aufgeh├Ârt, zu fotografieren



Fr├╝hling und Sommer: Zeit f├╝rs Fotografieren. Am Fo-toapparat und dem sch├Ânen Wetter  lag es,
dass die beiden ins Gespr├Ąch miteinander kamen.
ÔÇ×Ach, lassen Sie doch mal sehen!“, hatte der J├╝ngere gesagt. Und schon hatte der ├ältere
angefangen, von den Fotoapparaten seines Lebens zu erz├Ąhlen.  Ein freundlicher ├Ąlterer Herr,
der dem anderen auf seinem Spaziergang begegnet war. 
ÔÇ×85 bin ich!“, sagte er nicht ohne Stolz. ÔÇ×Ich habe viel im Laufe meines Lebens fotografiert.
Doch jetzt ist das vorbei. Ich habe aufgeh├Ârt, zu fotografieren. Es inte-ressiert sich ja doch
keiner daf├╝r. Und ich brauche keine Erinnerungen mehr.“
 Irgendwann h├Ârt einer auf, zu fotografieren. Irgend-wann legt einer keine Erinnerungen mehr an.
Weil er wei├č: Mir bleibt nicht mehr genug Zeit f├╝r neue Erinnerungen. Und dann?
Mancher ahnt die Antwort. Mancher scheint sie sogar zu wissen. Einer hat es einmal so ausgedr├╝ckt: ÔÇ×Gott wird mich erl├Âsen aus der Gewalt des Todes, denn er nimmt mich auf.“
Ein Psalmwort aus dem alten Testament. Ganz alt. Aber f├╝r viele alles andere als veraltet.
Die das glauben, die damit leben, werden den Fotoapparat bestimmt gelassener aus der
Hand legen. Ge-troster.
Wer sein Leben diesem Gott anvertraut hat, h├Ąngt nicht mehr an der Vergangenheit.
Oder braucht sich nicht mehr daran zu h├Ąngen. Der hat eine unendliche Zukunft vor sich.
Eine herrliche Zukunft, die man sich gar nicht vorstel-len kann. K├Ânnen Sie sich auf die Ewigkeit
freuen?
Wer den Gott der Bibel kennt, der kann. Ich w├╝nsche Ihnen diese Freude und Gewissheit.
├ťbrigens hat der J├╝ngere den Senior einige Tage sp├Ąter wiedergetroffen. Da hockte der Alte
auf einer Bank und l├Ąchelte verschmitzt.
ÔÇ×Nicht weitersagen“, rief er. Und dann schnitzte er mit seinem Taschenmesser seinen Namen ins morsche Holz.

Ihr Pfarrer Immanuel Raiser

Neues Bild   (2)

Bekr├Ąftigung

Seit einem Jahr bereiten sich die Konfirmanden nun schon auf ihre Konfirmation vor. Seit einem Jahr lernen sie, was es mit dem christlichen Glauben, dem dreieinigen Gott, an den wir glauben, und mit den verschiedenen Symbolen und Handlungen der Kirche auf sich hat. Ein Jahr, in dem sie auch verschiedene Bekenntnisse der Kirche, Gebote, Bibelverse und Gebete auswendig gelernt haben.
An den verschiedenen Konfitagen haben wir die ein-zelnen Elemente durchgearbeitet. Im Plenum und in Kleingruppen haben wir gemeinsam gelernt, gelacht, waren auch mal streng, haben gesungen, gebetet und hatten viel Freude miteinander.
Alles f├╝r die Konfirmation. Aber was ist Konfirmation eigentlich? Das Wort kommt von dem Lateinischen ÔÇ×confirmatio“ und bedeutet ÔÇ×Befestigung“ oder ÔÇ×Bekr├Ąf-tigung“. Wikipedia nennt sie ÔÇ×eine feierliche Segens-handlung, die den ├ťbertritt ins kirchliche Erwachse-nenalter markiert.“
Das Wichtigste bei der Konfirmation aber ist die Best├Ą-tigung. Die Best├Ątigung zur Taufe und damit zu dem dreieinigen Gott, auf den sie getauft sind. Die Konfir-manden geben ihr ÔÇ×JA“ zu ihrer Taufe bzw. werden an diesem Tag getauft. Es ist ihr pers├Ânliches ÔÇ×JA“ zu Je-sus und dem dreieinigen Gott. In Markus 16,16 hei├čt es: ÔÇ×Wer glaubt und getauft wird, wird gerettet werden. Wer aber nicht glaubt, wird verurteilt werden.“

Dieses ÔÇ×JA“ ist also eine Entscheidung, die lebens-wichtig ist. Sie hat Auswirkung dar├╝ber, wo man sein Leben in der Ewigkeit verbringen wird. Dies ist eine Tragweite, die wir manchmal nur schwer fassen k├Ân-nen. Vor allem in jungen Jahren scheinen der Tod und die Ewigkeit noch weit entfernt. Dar├╝ber macht man sich noch keine Gedanken.
Doch treffen wird es uns fr├╝her oder sp├Ąter alle. Ent-weder indirekt oder direkt. Entweder wir verlieren einen bekannten, nahestehenden oder lieben Menschen, oder es trifft uns selbst. Wie gut, wenn derjenige diese wichtige Entscheidung f├╝r Jesus getroffen hat. Er und die Angeh├Ârigen d├╝rfen wissen, dass er zu Gott kommt und die Ewigkeit bei ihm ver-bringen wird. Es ist ein Ort, wo es Tr├Ąnen, Tod, Trauer, Weinen und Schmerz nicht mehr geben wird. So steht es in Offenbarung 21,4.
Im Januar ist mein Vater verstorben. Morgens um f├╝nf bekamen wir die traurige Nachricht und sind dann sofort losgefahren. Wir fanden ihn mit friedlichem Ge-sichtsausdruck in seinem Bett liegen. Dieser Gesichtsausdruck und seine Liebe und Hingabe f├╝r Jesus l├Ąsst uns gewiss sein, dass er jetzt bei Jesus ist.
In Johannes 11, 25-26 sagt Jesus von sich: ÔÇ×Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt. Er wird ewig leben, weil er an mich geglaubt hat, und niemals sterben.“ Diese Gewissheit haben alle Menschen, die diese Entscheidung f├╝r Jesus getroffen haben.


Darum wird die Konfirmation so gro├č gefeiert. Darum ist es so festlich. Alle, die in den Gottesdienst kom-men, sind festlich gekleidet. Alle d├╝rfen sich freuen, wenn sich Menschen bewusst der Gemeinde von Je-sus Christus anschlie├čen.
Bei Wikipedia wird die Konfirmation als die pers├Ânliche Best├Ątigung der Taufe und damit das bewusste Ja zum christlichen Glauben und zur Kirchenzugeh├Ârigkeit genannt. Jedoch die ganze Tragweite dieser Entscheidung werden wir wohl erst begreifen k├Ânnen, wenn wir selbst einmal bei Jesus sein werden.

Ihr Martin Schake

 

Diakonie – zum Dienen bereit?

 

Hinter uns Mitarbeitern vom Konfirmandenteam liegen f├╝nf randvolle, anstrengende und begl├╝ckende Tage mit unseren aktuellen Konfirmanden auf der Konfirmandenfreizeit in Tennenbronn. An zwei Nachmittagen durften wir gemeinsam mit ihnen den Konfirmanden-Abendmahls-Gottesdienst vorbereiten.

Thema ist diesmal ÔÇ×Diakonie“, der Dienst am N├Ąchsten oder – einfach ausgedr├╝ckt – ÔÇ×anderen helfen“. Mit diesen zwei W├Ârtern l├Ąsst sich dieses umfassende Thema der Diakonie f├╝r Konfirmanden recht verst├Ąndlich auf den Nenner bringen.

Was ist Diakonie? - Anderen helfen!

Unsere Konfirmanden begannen prompt im Alltag zu entdecken, welche noch so kleinen Handgriffe den Menschen um uns herum eine Hilfe sein k├Ânnen. Und so war w├Ąhrend der Freizeit immer wieder die Bemerkung zu h├Âren: ÔÇ×Das ist Diakonie!“

 

ÔÇ×Diakonie“ leitet sich von dem griechischen Wort ÔÇ×diakonia“ ab und bedeutet einfach ÔÇ×Dienst, Hilfeleistung, Unterst├╝tzung“.

Helfen und dienen ist heute ja eher unpopul├Ąr geworden.

Viele Menschen sind in erster Linie mit sich selbst und dem eigenen Wohlergehen besch├Ąftigt. Der Blick f├╝r die Bed├╝rfnisse des Anderen geht dabei schnell verloren. Noch schwerer f├Ąllt es uns oft, selbst von anderen Hilfe in Anspruch zu nehmen. Unabh├Ąngigkeit ist gefragt.

Dabei sto├čen wir im Alltag immer wieder an Grenzen und merken dabei – wenn wir ehrlich zu uns sind – dass wir alle in irgendeiner Form von anderen abh├Ąngig und auf Hilfe angewiesen sind.

In der Adventszeit erinnern wir uns h├Ąufig an die Menschen um uns herum, die Hilfe ben├Âtigen. Spendenaufrufe flattern in sch├Ânster Regelm├Ą├čigkeit ins Haus. ÔÇ×Helfen Sie jetzt!“

In einem Adventslied hei├čt es sogar: ÔÇ×Jetzt kommt wieder die Zeit der N├Ąchstenliebe auf Befehl. […] Warum nur einmal im Jahr? So viele sind einsam und brauchen dich und mich – nicht nur einmal im Jahr. Tausend gute Worte, Taten brauchen Menschen um uns her. Liebe ist gefragt. Nicht nur einmal im Jahr.“

 

In Johannes 13,34-35 sagt Jesus: ÔÇ×Liebt einander. So wie ich euch geliebt habe, sollt auch ihr einander lieben. Eure Liebe zueinander wird der Welt zeigen, dass ihr meine J├╝nger seid.“

Diese Worte stehen im gleichen Kapitel wie das Beispiel von Jesus, dem wir folgen sollen: Einander zu dienen. Jesus erniedrigte sich selbst und wurde zum Diener. Indem er seinen J├╝ngern die F├╝├če wusch, wie es damals Sitte war, brachte er ganz praktisch zum Ausdruck, wozu er in die Welt gekommen war. Er diente uns Menschen mit seinem ganzen Leben und mit seinem stellvertretenden Tod am Kreuz, wo er unsere ganze Schuld auf sich nahm.

Im Advent und an Weihnachten erinnern wir uns daran, was Jesus f├╝r uns auf sich genommen und wie er uns gedient hat. ÔÇ×Obwohl er Gott war, bestand er nicht auf seinen g├Âttlichen Rechten. Er verzichtete auf alles; er nahm die niedrige Stellung eines Dieners an und wurde als Mensch geboren und als solcher erkannt. Er erniedrigte sich selbst und war gehorsam bis zum Tod, indem er wie ein Verbrecher am Kreuz starb.“ (Philipper 2,6-8)

 

Jesus ist der vollkommene Diener, der ÔÇ×Diakon“ schlechthin.

Er war zum Dienen bereit wie kein anderer. Er lebte Diakonie pur. Und er hat uns damit ein Beispiel gegeben, dem wir folgen sollen. (Johannes 13,15)

Vielleicht f├╝hlen Sie sich manchmal unf├Ąhig, diesem Beispiel im Alltag zu folgen. Dann kann Ihnen Johannes 14,16 eine Hilfe sein, wo Jesus verspricht, seinen J├╝ngern einen Helfer zu senden – den Heiligen Geist, der uns ÔÇ×alles lehren wird“.

Sind Sie bereit, von Jesus abh├Ąngig zu sein und diese Hilfe anzunehmen? Sind Sie bereit, seinem Beispiel zu folgen und anderen Menschen zu dienen?

ÔÇ×Diakonie – zum Dienen bereit?“ Hoffentlich nicht nur einmal im Jahr...

 

Ihre Jugendreferenten Martin & Martha Schake

 

Gott spricht:

ÔÇ×Ich lasse dich nicht fallen und verlasse dich nicht.“

 

Die Schule hat wieder angefangen und vielleicht erinnern Sie sich, wie es Ihnen ging, wenn es wieder einmal Zeugnisse gab…

Reinhard Mey hat vor einiger Zeit dazu eine selbsterlebte Geschichte vertont, die mich sehr beeindruckt hat.

Es war Zeugnistag. Als er das Zeugnis las, war ihm, als w├╝rde das Schulhaus samt Dachgest├╝hl einst├╝rzen, denn er bekam mit seinem Zeugnis bescheinigt, dass er fast in allem versagt hatte, Nicht einmal eine Vier in Religion hat es gereicht. Er sagte sich :“ Mit so einem Zeugnis kannst du nicht nach Hause kommen. Da gehst du am besten zur Fremdenlegion.“ Er wusste allerdings, dass er dazu noch zu jung war. Und so entschloss er sich, es seinen Eltern nicht zu zeigen und unterschrieb f├╝r sie das Zeugnis. Aber schon am n├Ąchsten Morgen kam die F├Ąlschung heraus. Der Rektor erschien pers├Ânlich und holte den Jungen aus der Klasse und brachte ins in Rektorat. Allein, stumm und geknickt stand er da. Er sah, wie der Rektor ans Telefon ging, die Eltern anrief und sie kommen lie├č. Nun war der Junge nicht nur ein Versager, wie es sich im Zeugnis niederschlug. Sondern auch noch ein Urkundenf├Ąlscher. Es dauerte eine Zeit bis die Eltern schlie├člich kamen. Sie kamen herein und nahmen das Zeugnis in die Hand und sahen ihn an. Diesen Blick der Eltern hat er auch in sp├Ąteren Jahren nie mehr vergessen. Aber auch das konnte er nie mehr vergessen: Was dann geschah. Der Vater sagte ganz ruhig zum Rektor: ÔÇ×Das ist meine Unterschrift, daran gibt es keinen Zweifel.“ Und auch die Mutter sagte: “Das ist meine Unterschrift.“ Sie sei zwar etwas gekritzelt, aber das komme daher, dass sie vorher beim Einkaufen war und zwei schwere Einkaufstaschen getragen habe. Das m├╝sse man doch verstehen.

Und dann nahmen sie den Jungen in ihre Mitte und gingen. F├╝r den Jungen folgten noch einige Jahre auf harten Schulb├Ąnken. Diese Stunde im Rektorat hat er nie mehr vergessen.

Das ist ihm geblieben: Wie gut es ist zu wissen, dass man dich nicht fallen l├Ąsst, wenn du etwas ausgefressen hast. Da ist jemand, der dich trotz deines Versagens liebt und zu dir steht. Was dieser Zw├Âlfj├Ąhrige in einer kritischen Stunde mit seinen Eltern erlebt hat, das hat mich eigentlich sehr beeindruckt. Ich kann es verstehen, dass der Junge das zeitlebens nie mehr vergessen konnte, wie seine Eltern in dieser Situation zu ihm standen. Sie waren bereit, lieber eine L├╝ge auf sich zu nehmen, als ihren Jungen jetzt im Stich zu lassen.

F├╝r mich wurde diese Geschichte jedenfalls zu einem Hinweis auf das Evangelium. Wie Gott mit uns verf├Ąhrt. Das lesen wir auf vielen Seiten in der Bibel. Nat├╝rlich: Gott l├╝gt nicht um f├╝r uns einzutreten. Das ist klar. Aber auch er geht bis zum ├äussersten, ja bis zum Tod am Kreuz. Um  uns zu verstehen zu geben: ÔÇ×Ich lasse dich nicht fallen, ich stehe zu dir !“

Wenn wir Jesus Christus den Gekreuzigten anschauen, dann sehen wir ihn nicht mit verschr├Ąnkten Armen, so als w├╝rden wir ihm nichts bedeuten. Sondern wir sehen ihn mit offenen, weit ausgestreckten Armen. Und ich h├Âre den gekreuzigten und auferstandenen Jesus sagen: “Ich lasse dich nicht fallen, ich stehe zu dir!“

Ich stehe zu dir, wenn du Gl├╝ck hast und du in deinem Leben fast immer eine Eins schreibst. Aber ich stehe auch dann zu dir, wenn du versagst und es auf der Karriereleiter nach unten geht. Oder du sonst Probleme hast. Und ich stehe zu dir, auch noch in deiner bittersten und dunkelsten Stunde, die niemand von uns erspart bleibt. Denn dann hast du mich am N├Âtigsten.

Gott sagt “Ich lasse dich nicht fallen und verlasse dich nicht.“

Das ist ein Wort, mit dem ich leben kann, fr├Âhlich und dankbar.

Und das w├╝nsche ich Ihnen allen auch.

“Der Herr ist meine Kraft!“

Liebe Gemeindeglieder,

 

Sicher haben Sie das auch schon erlebt, wie Sorgen einen l├Ąhmen k├Ânnen. Angst macht kraftlos.

Die Sorgen um die Zukunft, die Angst vor dem Arztbesuch, die Angst sogar vor dem Tod. Solche ├ängste k├Ânnen meinem Leben einen sehr negativen Stempel aufdr├╝cken. Und viele lassen sich von ihrer Angst so sehr gefangen nehmen, dass sie nicht mehr planen. Manchem nimmt die Angst oder
die Sorgen jede Hoffnung.

 

Aber es geht auch anders. Habakuk sagt das, ein Prophet, der 600 Jahre vor Christus gelebt hat.
Er sagt: “Der Herr“ – und damit meint er den Gott der Bibel – ÔÇ×ist meine Kraft“ (Habakuk 3, 19)

Das sagt Habakuk nicht irgendwann. Diese Aussage macht er so gegen Ende seines Lebens. “Der Herr ist meine Kraft!“

Das die Summe des Lebens. Das ist die Summe der Erfahrungen, die dieser Prophet mit Gott gemacht hat. Habakuk sagt “Ich habe die Hilfe und die Kraft Gottes in meinem Leben erfahren. Und das auch an dunklen Tagen“.

Der Schriftsteller Willy Krampe hat einmal erz├Ąhlt, er hatte Angst als kleiner Junge in der Dunkelheit in ein bestimmtes Zimmer zu gehen.

Eines Abends schickte ihn die Mutter ausgerechnet in dieses Zimmer um irgendwas zu holen. Da ├╝berfiel ihn auf einmal gro├če Angst. Er rief nach der Mutter. Als sie kam, bat er sie: ÔÇ×Mach doch bitte das Licht an!“ Aber die Mutter tat es nicht. Stattdessen nahm sie in an der Hand, ging mit ihm bis in
die Mitte des Zimmers und sagte: “Der liebe Gott ist auch im Dunkeln“.

Willy Kramp erz├Ąhlt, dass dieser Satz sich ihm tief eingepr├Ągt hat. Immer dann wenn ihn Furcht
l├Ąhmte oder Sorgen kamen ist ihm das Wort der Mutter eingefallen. ÔÇ×Gott ist auch im Dunkel da.“

 

So gibt dieser Herr Kraft. Nicht nur damals dem Habakuk, nicht nur Willy Kramp sondern allen die
seine Hilfe und Kraft wollen. Ich wei├č nicht, ob und in welcher Dunkelheit Sie sich befinden.

Aber Ich w├╝nsche Ihnen, dass Sie das auch als Summe Ihres Lebens sagen k├Ânnen: ÔÇ×Der Herr ist meine Kraft!“ Wenden sie sich an Ihn. Er wartet darauf, dass Sie zu Ihm kommen.

Ihr Pfarrer

Immanuel Raiser

 

 

Auf der Suche

K├╝rzlich waren wir auf der Suche nach einem Buch.

Wir hatten es nicht verloren, verlegt oder verliehen,

aber es fehlte uns trotzdem. Es war der zweite Band

einer Trilogie – nur besa├čen wir eben diesen noch

nicht. Prinzipiell kein Problem. Eigentlich.

Denn weder das n├Ąchste Buchgesch├Ąft noch das

Internet konnte uns weiterhelfen. Der Band war

ÔÇ×ausgelaufen“, wurde vom Verlag nicht mehr aufgelegt

und war einfach nirgendwo mehr erh├Ąltlich fr einen

akzeptablen Preis.

Nach unz├Ąhligen Telefonaten, durch die wir den

Buchtitel plus Autorennamen im Schlaf h├Ątten

aufsagen k├Ânnen, f├╝hlten wir uns an Kapitel 15 des

Lukasevangeliums erinnert. Ein Missionar nannte es

w├Ąhrend unserer Ausbildung einmal ÔÇ×The lost chapter

of Luke“ – das verlorene Kapitel. Drei Gleichnisse von

Jesus drehen sich in diesem Kapitel um Menschen, die

etwas verloren haben und deshalb suchen. Drei

Begebenheiten, in denen uns vor Augen gef├╝hrt wird,

wie ernsthaft Gott nach jedem einzelnen Menschen

sucht.

Wer einmal ├Ąhnlich intensiv nach etwas gesucht hat,

wie wir nach dem fehlenden zweiten Band, der kann

ann├Ąhernd nachvollziehen, wie wichtig wir Menschen

Gott sein m├╝ssen. Denn wer wirklich ernsthaft sucht,

der scheut weder Zeit, Kosten und M├╝he. Nichts ist

ihm wichtiger als dieses eine Ziel: das Gesuchte zu

finden.

Solchen Suchern macht Gott eine wunderbare

Verhei├čung: ÔÇ×Sucht, und ihr werdet finden.“ (Matth├Ąus 7,7)

Im Fall unseres fehlenden Buches ist das bisher nicht

eingetreten. Wir haben die Suche schlie├člich

abgebrochen, denn im Gegensatz zu Gott waren wir

nicht bereit, einen hohen Preis zu zahlen. Um so

sch├Âner, dass wir wissen: Gott gibt niemals auf. Er

sucht weiter. Er scheut nichts. Auch nicht den

H├Âchsten Preis. So sehr liebt er uns Menschen, dass

er sein eigenes Leben nicht verschont hat.

Vielleicht erinnern wir uns bei unserer n├Ąchsten Suche

– ob nach dem verlegten Schl├╝ssel, einem verlorenen

Handy, einem fehlenden Buch oder einfach einem

Osterei – an Gott, der jeden von uns mit ganzer

Leidenschaft sucht und dem kein Preis zu hoch f├╝r uns ist.

Wollen wir uns auch von ihm finden lassen? Oder

verstecken wir unsere Herzen lieber weiter hinter

dicken Mauern aus Entt├Ąuschung, Verletzung, Angst

oder Wut? ÔÇ×Sucht den HERRN, w├Ąhrend er sich finden

l├Ąsst! Ruft ihn an, w├Ąhrend er nahe ist.“ (Jesaja 55,6)

 

Martha und Martin Schake

 

Liebe Gemeindeglieder,

 

In einer Zeitung war eine lustige Karikatur abgedruckt :  Der Vorschlag : Nikolaus und Osterhase fusionieren zu lassen. Abgesehen davon, dass die christlichen Feste – wie man den Eindruck hat – immer mehr zu sinnentleerten Konsumfesten werden und viele ihre Bedeutung kaum noch kennen, ist der Gedanke sogar sehr biblisch. Denn: ÔÇ×Wo Weihnachten drauf steht,

ist Ostern schon drin!“ Das Kreuz und die Krippe sind aus dem gleichen Holz geschnitzt und geh├Âren zusammen!

ÔÇ×Am Anfang stand der unglaubliche Ruf: ÔÇ×Er ist wahrhaftig auferstanden!“ F├╝r die ersten Christen war Ostern das wichtigste Fest! Erst von hieraus hat das

Leben von Jesus Christus seine Bedeutung gewonnen. Am Ostermorgen ist klar geworden: An diesem Menschen hat Gott gehandelt! Durch Jesus Christus ist der Tod besiegt worden! Wir k├Ânnen, wenn wir wollen ewiges Leben haben.

Erst danach hat man sich eigentlich f├╝r den Anfang interessiert. Die Geburtsgeschichte Jesu wurde im Licht der Versprechungen Gottes der j├╝dischen Bibel – unseres alten Testaments – gedeutet. Der Evangelist Markus, der auch das Leben Jesu im neuen Testament beschreibt, berichtet nichts ├╝ber die Geburt Jesu.

Er beginnt mit dem Erwachsenen Jesus. Allerdings ist es kein Wunder, dass in unserer Zeit Weihnachten besser ankommt als Kreuz und Auferstehung.

 Wir haben es uns nett zurecht gemacht: Die Armut des Stalles wird zur Idylle. Gottes Geschenk seines Sohnes zur Rettung von uns Menschen mutiert zum P├Ąckchenberg in unseren Wohnzimmern. Weihnachtsstimmung mit ÔÇ×Jingle Bells“ oder Christophorus-Kantorei – je nach Geschmack. Hauptsache als MP3. Aber dieser Zuckerguss ist nicht das Weihnachten, wie es die Bibel meint. Die harte Wirklichkeit dieser Welt, f├╝r die die Hirten stehen – heute vielleicht die Leiharbeiter aus Rum├Ąnien und Bulgarien- oder die Fl├╝chtlinge aus Lampedusa -wird nicht ausgeblendet. Ganz im Gegenteil: Dass Gott uns verr├╝ckte, egoistische, vergn├╝gungss├╝chtige und oft verzweifelte Menschen mit ihren Problemen so liebt, dass Er uns besucht und mit seiner N├Ąhe und M├Âglichkeiten heilen will, das ist doch die tr├Âstliche Nachricht! Besonders f├╝r alle, die in scheinbar ausweglosen Problemsituationen stecken .  Insofern ist Weihnachten eigentlich ein ÔÇ×Ei“. Seine Lebenskraft erschlie├čt sich erst voll an Ostern. In Jesus ist die Kraft die Hoffnungslosigkeit, unsere Schuld, unsere Sorgen und am Ende sogar den Tod zu besiegen. Und sich niemals unterkriegen zu lassen.

Dieses Weihnachten ist dann kein kitschiges Ges├Ąusel mit Christkind, dickbackigen Engelein  und Nikolaus, sondern eine konkrete sp├╝rbare t├Ągliche Lebenshilfe. Sie und ich d├╝rfen wissen: Jesus Christus ist da! Er ist gekommen als der Retter aus Schuld und S├╝nde.

Als der, der M├Âglichkeiten hat, wenn alles unm├Âglich erscheint in Ihrem Leben. An diesen Jesus Christus, der auch in der Krippe lag, aber vor allem den Tod besiegte – an DEN d├╝rfen Sie sich wenden! Mit ALLEM in Ihrem Leben.
Das w├╝nsche ich Ihnen, dass

Sie das wieder neu in der

Advents- und Weihnachtszeit erkennen.

 

Wenn Gott dein Gebet nicht erh├Ârt

 

Vor kurzem lasen wir das gleichnamige Buch von Jerry Sittser, das ├╝brigens sehr zu empfehlen ist. Eine sehr eindr├╝ckliche Geschichte daraus sei hier kurz zitiert.

ÔÇ×Johannes Calvin bekehrte sich Anfang 1530 zum christlichen Glauben. Als gebildeter Gelehrter und bekannter Autor plante er, sich vom ├Âffentlichen Leben zur├╝ckzuziehen und seine Studien fortzusetzen. Als er im Jahre 1536 nach Stra├čburg reiste, war Calvin wegen eines kleinen Krieges gezwungen, den Umweg ├╝ber Genf zu machen. Einer der f├╝hrenden M├Ąnner der Reformation in Genf, Farel, h├Ârte, dass Calvin eine Nacht in einer ├Ârtlichen Herberge verbrachte. Er besuchte Calvin und bat ihn, in Genf zu bleiben, um bei der Organisation der jungen reformierten Kirche zu helfen, die erst kurz vorher gegr├╝ndet worden war
. ge 2013

Calvin lehnte ab, weil es nicht zu seinen Pl├Ąnen passte. Farel ├╝bte auf Calvin Druck aus und bestand darauf, dass er bleiben solle. Schlie├člich bedrohte er Calvin sogar. (…) Bis auf eine kurze Periode von drei Jahren (…) blieb Calvin den Rest seines Lebens in Genf. Er lebte dort f├╝nfundzwanzig Jahre, nur weil er Farel zuf├Ąllig begegnet war. Calvin hatte nicht geplant, dass sein Leben so verlaufen w├╝rde.
 Das hatte er nicht gewollt und daf├╝r hatte er nicht gebetet. Aber es wurde ihm aufgetragen. Merkw├╝rdigerweise war es eine Antwort auf ein Gebet, das er nie gebetet hatte. (…)

 

Wo w├Ąre die Kirche, wenn Calvin nicht als Pastor und Leiter der Kirche in Genf gedient h├Ątte? Calvin hatte weder danach getrachtet noch hatte er es geplant oder sich gew├╝nscht. Er h├Ątte es auch nicht als Gebetserh├Ârung angesehen. (…) Vielleicht gibt es statt der unbeantworteten Gebete nur Gebetserh├Ârungen, die wir uns nicht gew├╝nscht haben, die wir nicht voraussehen k├Ânnen und um die wir nicht gebeten haben. (…) Unbeantwortete Gebete k├Ânnten sich, wegen unserer begrenzten Sichtweise, tats├Ąchlich als erh├Ârte Gebete herausstellen, die in einem gr├Â├čeren Bezugsrahmen stehen. Gott sagt vielleicht auf unsere Bitte ÔÇ×Nein“, weil er uns etwas anderes und langfristig gesehen Besseres geben m├Âchte, auch wenn es am Anfang nicht so aussieht.“

 

Wo auch immer Sie in Ihrem Leben das Gef├╝hl haben, Gott w├╝rde Ihre Gebete nicht erh├Âren, hoffen wir, dass Ihnen diese Begebenheit aus Calvins Leben als Ermutigung und Trost dient.

     

Ihre Jugendreferenten

 

Martha und Martin Schake

 

Der Nussknacker
Neues Bild4
Weihnachten ist die Zeit der harten N├╝sse. N├╝sse sind morgens eine gute Erg├Ąnzung beim M├╝sli. N├╝sse dienen als Weihnachtsschmuck am Christbaum und N├╝sse sind wichtige Zutaten f├╝r das Weihnachtsgeb├Ąck.
Harte N├╝sse sind aber auch ein Bild f├╝r gro├če Probleme und fast unl├Âsbare Fragen.
Manchmal hat man den Eindruck: Unsere Welt ist voller harter N├╝sse. Viele Probleme scheinen unl├Âsbar.
Man braucht nur die Nachrichten zu lesen. Von Wirtschaftskrise, Eurokrise und Fl├╝chtlingen wimmelte es auch in diesem Jahr.
Kinder leiden unter der harten Nuss der Trennung ihrer Eltern. Viele Erwachsene haben Angst um ihre Gesundheit.
Auch damals an Weihnachten ist den Menschen manche harte Nuss zum Knacken gegeben worden. Maria erwartete noch vor ihrer Heirat ein Kind. Dann musste sie mit ihrem Mann auch noch die beschwerliche Reise nach Betlehem unternehmen. Ihr Kind musste sie in einem Viehstall zur Welt bringen. Und dann noch die Flucht vor dem Verfolgungswahn des K├Ânigs Herodes nach ├ägypten…
Ich wei├č nicht ob Sie das wissen: Der erste Nussknacker wurde im Jahr 1870 von Wilhelm Fl├╝chner aus dem Ort Seiffen im Erzgebirge hergestellt.
Der Erfinder wollte mit dieser Holzfigur, die den K├Ânig darstellte, deutlich machen: selbst der K├Ânig hat harte N├╝sse zu knacken . An denen er sich die Z├Ąhne ausbei├čen muss.
Mit der Geburt von Jesus Christus kam ein ganz anderer K├Ânig. Der ist den harten N├╝ssen dieser Welt nicht ausgewichen. Jesus hei├čt ÔÇ×F├╝rst des Friedens“.
Denn er brachte Vers├Âhnung. Er knackte die harte Nuss der Schuld, indem er f├╝r unsere Fehler starb.
Jesus hei├čt ÔÇ×K├Ânig der Herrlichkeit“. Denn er knackte sogar die harte Nuss des Todes. Er ist vom Tod auferstanden, damit wir echte Hoffnung haben. Auch ├╝ber unser Sterben hinaus.
Ich w├╝nsche Ihnen, dass Sie in der diesj├Ąhrigen Weihnachtszeit Jesus Christus kennen lernen als den ÔÇ×Nussknacker“ f├╝r die harten N├╝sse, die Sie zu knacken haben. Dass Sie den erleben, der in Freud und Leid helfen kann.
nussknacker
In diesem Sinne w├╝nsche ich Ihnen eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit

Ihr Pfarrer Raiser

… Mit einem St├╝cklein Kreuz angerichtet
 

Wir haben es ja nicht so sehr mit dem Leiden.

Und haben es oft weitgehend auch nicht n├Âtig zu leiden.
Eines der vielen hunderttausend Mittel,
die die Pharmaindustrie anbietet, wird’s schon richten.

Gegen jedes Problem, gegen jeden Schmerz,
sogar gegen Weltschmerz scheint ein Kraut gewachsen. Doch dann gibt es Situationen, wo das Leid mit gro├čer Macht ├╝ber uns hereinbrechen kann.

Da lautet die ├Ąrztlich Diagnose ÔÇ×hoffnungslos“. Da wird einem der Ehepartner von der Seite gerissen. Da verliert einer seinen Arbeitsplatz. Da verstehen Eltern ihre eigenen Kinder nicht mehr.
Auf einmal ist kein Kraut mehr gewachsen, das heilen k├Ânnte. Keine Versicherung ├╝bernimmt den Schaden.

Kein Amt erkl├Ąrt sich f├╝r zust├Ąndig.

Ja, wieso m├╝ssen Menschen ├╝berhaupt leiden? Bei Martin Luther fand ich eine steile Begr├╝ndung: ÔÇ×Unser Leben muss mit einem St├╝cklein Kreuz angerichtet sein, wenn es nicht verderben soll.“

Verdirbt ein Leben ohne Kreuz, ohne Leid?

Und pl├Âtzlich denke ich an schwere Phasen in meinem Leben. Ich m├Âchte keine noch einmal erleben. Und doch: Missen m├Âchte ich sie auch nicht.

Ich habe so manches gelernt in dieser Zeit, bin reifer geworden, etwas mehr von dem, was man eine Pers├Ânlichkeit nennt, in solchen Situationen lernt man, was z├Ąhlt im Leben und worauf man besser nicht seine Hoffnungen setzt.

Man entdeckt, dass man erb├Ąrmlich verlassen ist, wenn man den nicht kennt, der am Kreuz f├╝r uns gestorben und auferstanden ist.

Vielleicht w├Ąre mein Leben tats├Ąchlich verdorben ohne das ÔÇ×St├╝cklein Kreuz“, mit dem Gott es angerichtet hat. Aber ganz sicher w├╝rde ich verderben ohne das Kreuz Jesu. Denn als der in die tiefste Tiefe ging, die einem Menschen drohen kann, da hat er den Zugang zu Gott freigemacht.

Und damit zur eigentlichen Bestimmung unseres Lebens. Seitdem d├╝rfen Menschen zu Gott ÔÇ×Vater“ sagen. Hier entscheidet sich, ob ein Leben Sinn hat oder nicht.

ÔÇ×Hab ich das Haupt (Christus) zum Freunde und bin geliebt bei Gott, was kann mir tun der Feinde und Widersacher Rott?“ So dichtete Paul Gerhard mitten in den Schrecken des 30- j├Ąhrigen Krieges.

Es ist ein Geheimnis, dieses ÔÇ×St├╝cklein Kreuz“ in unserem Leben. Vielleicht sollten wir es dankbarer wahrnehmen und annehmen.

Ihr Pfarrer
Immanuel Raiser
 

 

Schabbat Schalom!


Waren Sie schon mal in Israel?
 Am liebsten w├╝rde ich mit Ihnen jetzt irgendwo drau├čen in Israel sitzen. Vielleicht in der Ben Jehuda Stra├če, der Fu├čg├Ąngerzone in Jerusalem.  Dabei wei├č ich nicht einmal, ob wir in einem der zahllosen Stra├čencaf├ęs ├╝berhaupt einen Platz finden w├╝rden. Am Samstagabend ist hier n├Ąmlich alles auf den Beinen. Die meisten L├Ąden sind bis weit nach Mitternacht ge├Âffnet.
Auf den Stra├čen ist ein Geschiebe und Gedr├Ąnge wie bei uns in Altensteig am 1. Advent auf dem Weihnachtsmarkt. Samstagabend in Israel- das ist das ungew├Âhnliche Ende eines ungew├Âhnlichen Tages, des Sabbats. Freitagabends beginnt er, wenn die ersten drei Sterne am Himmel zu sehen sind. Und am Samstagabend, ungef├Ąhr zur gleichen Zeit, ist er wieder zu Ende.
Fromme Juden sagen: Freitagabend kommt er, Samstagabend geht er. Der Sabbat ist f├╝r die  Menschen in Israel viel mehr als nur ein Tag. Er ist eine Prinzessin, eine K├Ânigin. Die wird am Freitagabend feierlich in der Synagoge begr├╝├čt und am Samstagabend feierlich verabschiedet. In Israel sagt man dann zueinander ÔÇ×Schabbat Schalom“. Das hei├čt ├╝bersetzt: ÔÇ×Ich w├╝nsche dir den Frieden des Sabbats.“ Warum?
Weil die Ewigkeit an diesem Tag die Zeit ber├╝hrt. Da wird gesungen, getanzt und gebetet. Da wird dann festlich gegessen und getrunken. Und dann wird an den Ursprung dieses Tages erinnert, Sabbat f├╝r Sabbat: ÔÇ× Vollendet hatte Gott am siebten Tag sein Werk, das er gemacht, und er  ruhte am siebten Tag von seinem ganzen Werk, dass er gemacht hatte.“
Ein geschenkter Tag. Ein Feier- Tag im wortw├Ârtlichen Sinn. Wenn ich damit unseren Sonntag vergleiche… Der ist n├Ąmlich kurz nach der Auferstehung Jesu an die Stelle des Sabbats getreten und hat Manches von seiner Bedeutung ├╝bernommen. Als Tag der Ruhe, der Besinnung, des H├Ârens auf Gottes Wort, des Gebets.
Ein geschenkter Tag, um wieder zu sich selbst zu finden. Und zu den Menschen, mit denen wir das Leben teilen, und zu Gott, dem Sch├Âpfer und Erhalter unseres Lebens. Ein geschenkter Tag, um das Wesentliche vom Unwesentlichen zu trennen. Der katholische Theologe Romano Guardini nennt ihn ÔÇ×Tag der Ruhe, ohne den der Mensch unmenschlich wird“. Und den Tag, ÔÇ×an dem der Mensch in besonderer Weise an Gott denken soll, da er an den anderen Tagen wegen der Lebenssorgen Gott so leicht vergessen kann“. Doch ist unser Sonntag dem Ursprung nach noch etwas anderes, als ein verschobener Sabbat. Er ist gerade eben der Tag, an dem Christen die Auferstehung ihres  Herrn Jesus Christus feiern. Jeder Sonntag ist also ein kleines Osterfest. Ein Fest des Lebens, der Auferstehung, ein Fest gegen den Tod, gegen alles, was das Leben bedroht. Der Sabbat der Juden- eine Prinzessin, eine K├Ânigin.
Unser Sonntag dagegen- geben wir es doch zu- ist oft genug nur das ÔÇ×Wochen- Ende“. Doch dabei muss es ja nicht bleiben.
Dieses Jahr hat unsere Kirche zum ÔÇ×Jahr des Gottesdienstes“ erkl├Ąrt. Vielleicht entdecken Sie den Sonntag ganz neu. Wesentliches zu tun, Wesentliches zu denken. Den Gottesdienst am Morgen wirklich zu ÔÇ×feiern“. Gott zu loben. Ihm die Ehre zu geben. Mit ihm zu reden und auf sein Wort zu h├Âren. Den Auferstandenen einfach neu in die Mitte meines Lebens zu nehmen. Den Alltag von Augen und Ohren fernzuhalten. Sich stattdessen aufzumachen f├╝r das, was wirklich z├Ąhlt. Sich Zeit zu nehmen f├╝r ein Gespr├Ąch, f├╝r ein gutes Buch, f├╝r die Bibel, f├╝r die Gemeinde….
In diesem Sinne w├╝nsche ich Ihnen eine gesegnete zweite H├Ąlfte des ÔÇ×Jahres des Gottesdienstes“!
 

Ihr Pfarrer Immanuel Raiser

 

Aus dem

Gemeindebrief   M├Ąrz  2012

Und das am Montagmorgen

Er war auf dem Weg zur Bank. Wie jeden morgen. Es regnete. Wie beinahe jeden morgen.
Schlie├člich lebte er in England. Er hatte gebadet, gefr├╝hst├╝ckt, die ÔÇ×Times“ gelesen. Wie jeden Morgen.
Da ├╝berfiel ihn pl├Âtzlich eine Frage. Wie ein Blitz aus heiterem Himmel h├Ąmmerte sie in seine verschlafenen Gedanken und Gef├╝hle. ÔÇ×Wozu eigentlich das alles?“ Die Frage wiederholte sich.
Packte ihn.
Und auf einmal machte er auf dem Absatz kehrt. Kaufte sich in einem Spielwarengesch├Ąft ein Spiel aus l├Ąngst vergangenen Kindertagen. Spazierte vergn├╝gt nach Hause. Tauschte den schwarzen Nadelstreifenanzug gegen Pulli und Jeans. Packte sein Spiel aus - ÔÇ×Der kleine Gro├čwildj├Ąger“ - und beschloss, von nun an ein anderes Leben zu f├╝hren. Und das am Montagmorgen.
Leider ist das nur ein Theaterst├╝ck. J.B. Priestley hat es sich ausgedacht. Und viele Jahre lief es mit viel Erfolg ├╝ber die B├╝hnen der Welt. ÔÇ×Und das am Montagmorgen“ so hei├čt das St├╝ck.
Ein grauer, verschlafener Montagmorgen nach dem Urlaub - voller unangenehmer Pflichten. Einfach auf dem Absatz kehrt machen, Kinderspiele spielen, ein anderes Leben f├╝hren- das w├Ąr┬┤ s doch!
Oder - und das w├Ąre ja auch eine M├Âglichkeit: Eine neue Beziehung kriegen zu seiner Arbeit. Zum Alltag. Und vielleicht auch zu Jesus Christus. Wie es schon der alte Salomo einmal sagte:

ÔÇ×Es gibt nichts Gr├Â├čeres, als dass einer fr├Âhlich ist bei seiner Arbeit.“


Aussteigen ist f├╝r die Meisten von uns ohnehin nicht drin. Aber warum dann nicht drin bleiben und fr├Âhlich sein.
Wer Jesus Christus an seiner Seite wei├č, der kann auch in einen grauen Montagmorgen anders rein. Den, der gesagt hat: ÔÇ×Kommt her zu mir, die ihr so m├╝hselig und beladen seid, Ich will Euch erfrischen!“
Der, der mir zur Seite steht und hilft, wenn ich zu ihm komme. Der mir vielleicht wieder einen neuen Blick schenkt f├╝r die Arbeit und den Alltag.

ÔÇ×Wozu das alles?“ – Das war die Frage am Montagmorgen im englischen Regen. Es ├Ąndert sich eine Menge, wenn ich auf diese Frage eine Antwort finde. Wie jener Steineklopfer, der auf die Frage, was er denn da gerade mache, nicht antwortete: ÔÇ×Ich klopfe Steine“. Sondern der sagte: ÔÇ×Ich baue an einer sch├Ânen Kathedrale“
An was bauen Sie heute im Gesch├Ąft? In der Familie? In der Gemeinde? Was bauen Sie?
 

Ihr Pfarrer Raiser
 

 

Liebe Gemeindeglieder,

Alma hatte  im Bad ihren Ehering verloren. Sie schrieb am n├Ąchsten Morgen verzweifelt einen Brief an die Stadt. Sie flehte um Hilfe.
Solche Anfragen werden normalerweise wegen Zeitmangels negativ oder gar nicht beantwortet. Aber diesmal machte die zust├Ąndige Abteilung eine Ausnahme.
ÔÇ×Ich brauch den Ring unbedingt wieder, er ist ein sehr wertvolles Erinnerungsst├╝ck“ – so stand in dem Brief.
Es war ein dreckiger Job! Zwei Fachleute f├╝hrten eine Kamera in die Abwasserkan├Ąle. An Bildschirmen suchten sie nach dem Schatz. Alles war vergeblich.
Daraufhin durchk├Ąmmten sie das Abwasser im Hauptkanal und zogen alle festen Gegenst├Ąnde aus einem Feinkiesfilter heraus. Immer noch kein Erfolg. Schlie├člich sp├╝lten sie in einer gigantischen Aktion von Hand mit einem Gartenschlauch die schlimmste ├╝brig gebliebene stinkende Masse von den festen Gegenst├Ąnden weg.
Und? Sie fanden den Ring!
Vier Arbeiter brachten der alten Dame den Ring zur├╝ck. Damit machten sie Alma mit einem Schlag um Jahrzehnte j├╝nger. Sie strahlte: ÔÇ×Ich bin der gl├╝cklichste Mensch der Welt. Jetzt wird mir der Ring bis zu meinem Tod nicht mehr verloren gehen.“
Was Alma Dummes passiert ist, haben in ├Ąhnlicher Weise viele von uns erfahren. Uns sind hohe Werte verloren gegangen, an denen unser Herz hing.
Einer der h├Âchsten Werte ist die Harmonie mit Gott und unseren Mitmenschen. Streit, Egoismus, Machtgel├╝ste und R├╝cksichtslosigkeit haben uns den Frieden sozusagen den Abfluss im Waschbecken hinunter gesp├╝lt.
 Aber: Gott f├╝hrte die gewaltigste Rettungsaktion aller Zeiten durch. Sein Sohn Jesus Christus kam in den gr├Â├čten Dreck der Menschheitsgeschichte und gab da sein Leben hin f├╝r uns. Nicht, um etwas Materielles zu retten. Sondern etwas Unverg├Ąngliches und unvergleichlich Wertvolleres: Unseren Frieden.
 Frieden mit Gott. Frieden mit unseren Mitmenschen. Frieden in unserem Herzen.
ÔÇ×Friede den Menschen auf Erden“ sangen die Engel damals .
Und Jesus hat dann gesagt: ÔÇ×Meinen Frieden schenke ich Euch!“  Das ist Weihnachten. Das Fest des Friedens.
Nehmen Sie bewusst Jesus und seinen Frieden  an in jeden Bereich  Ihres Lebens? !
Laden Sie ihn wieder neu in Ihr Leben ein.
Garantiert wird dann dieses Jahr Weihnachten und das kommende neue Jahr anders!
In diesem Sinn w├╝nsche ich Ihnen eine gesegnete Advents-  und Weihnachtszeit
Ihr Pfr. Immanuel Raiser

 



Auf dem Weg nach Hause…

ÔÇ×Endlich zu Hause!“ Kennen sie das Gef├╝hl, nach einer langen Fahrt die T├╝re zum Wohnzimmer zu ├Âffnen und all das Vertraute wieder zu sehen! Es geht doch nichts ├╝ber das eigene Zuhause.

Ich hab mir in letzter Zeit die Frage gestellt: Wo sind wir wirklich zuhause? Ich mein, ist der bequeme Sessel, wo wir unsere F├╝├če jeden Abend hochlegen wirklich unser Zuhause? Oder Omas Haus, wo die Erinnerungen an fr├╝her noch so lebendig sind? Ist es nicht viel mehr der Ort, wo jemand auf uns wartet, selbst, wenn wir erst sp├Ąt nachts ankommen, wo wir uns ausruhen k├Ânnen, wo wir uns geborgen f├╝hlen und wissen: ÔÇ×Hier bin ich willkommen! Hier geh├Âre ich dazu.“  Das m├╝sste doch eigentlich Zuhause sein, oder nicht?

Was aber, wenn Ereignisse in unserem Leben geschehen, die uns das Gef├╝hl von Sicherheit und Geborgenheit rauben? Wo selbst in meinen scheinbar sicheren vier W├Ąnden das Chaos herrscht und die Angst sp├╝rbar wird. Wo sind wir dann zuhause?

Im wohl bekanntesten Psalm, Psalm 23, wird uns von einem Hirten erz├Ąhlt der seine Schafe begleitet. Er weicht nicht von ihrer Seite, weder in den Guten, noch in den Schlechten Zeiten. Er wacht ├╝ber sie und bringt sie sicher nach Hause (ÔÇ×…und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar.“). Wie oft haben wir diese Worte schon gesagt? Zuhause sein bei Gott? Wollen wir das wirklich?

Thea Eichholz-M├╝ller singt in einem ihrer Lieder: ÔÇ×Gew├Âhn mein Herz an die Ewigkeit, der Weg dorthin ist gewiss nicht weit. Verstand und Seele mach sie ganz bereit. Gew├Âhn mein Herz, gew├Âhn mein Herz an die Ewigkeit.“ Ist es nicht verwunderlich, dass wir vom Kopf her wissen, dass unsere Heimat nicht hier auf Erden ist, und wir dennoch unser Leben oft so einr├Ąumen und gestalten, wie wenn wir ewig hier bleiben w├Âllten? Die Ewigkeit ist doch Hoffentlich noch weit weg… oder?

Ich glaube nicht, dass Gott uns mit der Ewigkeit Angst machen will. Ich glaube viel mehr, dass er uns einen kleinen Vorgeschmack der Ewigkeit hier auf der Erde gibt, durch all die sch├Ânen Dinge die er geschaffen hat! Er will, dass wir unser Leben genie├čen und uns gleichzeitig bewusst sind, dass er wie der gute Hirte um uns ist. Und das Ziel unserer gemeinsamen Reise hei├čt nicht ÔÇ×sweet home Schwarzwald“ sondern die himmlische Heimat. Wie auch immer sie aussehen wird! Ich bin mir sicher, wir werden dort noch viel mehr wie jetzt nach einem Urlaub das Gef├╝hl haben: ÔÇ×Endlich nach Hause gekommen zu sein!“

Ich w├╝nsche ihnen und mir ein echtes Nachhause Kommen!

Liebe Gr├╝├če Rebekka Schrade

 

Impuls

Copyright © 2017 Ev. Gesamtkirchengemeinde Spielberg - Egenhausen. Alle Rechte vorbehalten

Logo
E S Kirchen

KirchlicheNachrichten Spielberg

Kirchliche Nachrichten Egenhausen

Termine

Gruppen& Kreise

Home

Pfarramt

E-Mail

Impressum

Gemeinde Brief